Reparatur defekter Wasserhahn – Teil 1 –

Defekter Wasserhahn in der Kammer des Wahnsinns – Teil 1 –

Blick ins Bad mit defektem Wasserhahn

Servus VANRIDER,

ein Van, Wohn- oder Reisemobil ist zumindest für uns eine Passion, Leidenschaft und Hobby. Und wenn man es nicht gerade selbst aus- bzw. aufgebaut hat, dann finden sich bei den Fahrzeugen von der Stange immer wieder kleine oder größere Mankos oder Dinge, die eindeutig noch „Luft nach oben“ aufweisen. In unserem Fall hat sich das Verbesserungspotential eher aus einem kleinen Defekt im Zimmo2 ergeben.

Was war passiert – die Vorgeschichte?

Leider ist es uns im Winter passiert (was schon vielen von euch wahrscheinlich auch mal widerfahren ist), dass die Schlauchverbindung zum Wasserhahn der Dusche aufgefroren war. Wir waren über Silvester in Sankt Peter-Ording und meine Frau wollte noch genüsslich duschen bevor es zum Abendessen ging. Allerdings wurde das Duscherlebnis dadurch getrübt, dass mehr Wasser hinter dem Badschrank durchlief als durch den Brausekopf. Also was tun? Auf den Boden legen und das Wasser, das hinter dem Schrank vorläuft nutzen? Wohl keine Alternative! Also Haare waschen am Waschbecken (ist ein separater Wasserhahn, der in Ordnung war)? Das war die praktikabelste Lösung und musste erst einmal herhalten, bis wir wieder zu Hause sind – man ist ja flexibel!

Theorie gegen Praxis – oder man glaubt es nicht!

Wieder zu Hause angekommen – frisch ans Werk! Wasserhahn stellt ja keine wirkliche Herausforderung dar, denn den hatte ich auch im Zimmo1 schon getauscht und mit undichten Wasserleitungen konnte ich auch dort schon so meine Erfahrungen sammeln. Also Technik bekannt nur anderes Wohnmobil. So die Theorie, aber die Praxis sollte mich eines Besseren belehren!

Also voller Tatendrang und mit der Werkzeugkiste bepackt ab ins Zimmo-Badezimmer. Der Plan war recht einfach: Kontermutter des Wasserhahns an der Innenseite des Schranks lösen, die Wasserleitungen an den Verbindungsstellen von Hauptversorgung trennen und den defekten Wasserhahn nach oben aus dem Schrank ziehen – fertig. Also gleich die Schranktür geöffnet und dann nahm schon das Elend seinen Lauf…

Folgende Probleme oder, wenn man es positiv ausdrücken möchte, Herausforderungen stellten sich mir auf einmal in den Weg:

  • der Waschtischschrank verengt sich Richtung defektem Wasserhahn aufgrund der integrierten Dusche – d.h. da war so gut wie kein Platz, um irgendwie mit beiden Händen hantieren zu können
  • ohne Arme eines Oktopusses gab es keine Möglichkeit an die Verbindungsstellen der Wasserschläuche heranzukommen, um diese lösen zu können

Wasserhahn ausbauen oder doch nicht?

Ok, an Herausforderungen wächst man ja bekanntlich, also frisch ans Werk. Die Kontermutter des Wasserhahns konnte ich endlich nach gefühlten 5 Stunden, viel Friemelei und zweckentfremdeten Werkzeugen lösen – zumindest bis zu den letzten drei Gewindegängen! Weiter ging es nämlich nicht mehr, da die streng sitzenden Wasserschläuche (schräg weglaufend) ein weiteres Abdrehen verhinderten…also musste ich mich als Nächstes um die Wasserschläuche kümmern.

rechtwinkliger Schlauchanschluss

rechtwinkliger Schlauchanschluss Wasserhahn

Die leidigen Schläuche

Die Schläuche waren werkseitig so straff verlegt ohne wirkliches Spiel (vielleicht ist der Schlauch so teuer, dass man da einsparen musste), dass man nicht einmal die Möglichkeit hatte, die Halterungen zu lösen und die Schläuche etwas nach vorn zu ziehen. Da ich leider nicht über Krakenarme verfüge, musste ich einen anderen Weg finden, um an die Verbindungsstellen heranzukommen. Nach weiteren unzähligen Stunden und kläglichen Versuchen, es auf die gute Art zu versuchen ohne Gewaltanwendung und wüstes Zerschneiden der Schläuche, entschied ich mich dann einfach den hinteren linken Teil des Schranks auszubauen.

Also doch die Schränke raus!

So der Plan…wäre auch ganz einfach gewesen, wenn die Verbindung zwischen dem linken und rechten Schrankteil nicht sinnvollerweise so ausgeführt wäre, dass man erst den rechten Teil ausbauen muss, um an den Linken heranzukommen! Und diesen rechten Schrankteil konnte man nur dann ausbauen, wenn man die darüberliegende Spiegeltrennwand entfernt, da die Schrankteile nach oben aus den Halterungen entfernt werden mussten. Ich habe selbst beruflich genügend Konstruktionserfahrung, dass ich solch eine Konstruktion absolut nicht nachvollziehen kann. Benutzerfreundlichkeit ist sicherlich etwas anderes und stand hier wohl eher nicht an oberster Priorität (oder wir haben einfach ein Montagsauto erwischt?!). Die Nerven lagen mittlerweile nach über 2 Tagen herumprobieren und nach neuen Lösungen suchen sowohl bei mir und daraus folgend auch bei meiner Frau blank. Wir brauchten eine Lösung.

Wie aus einem Wasserhahn ein Projekt wurde?

Das Bad mit dem ganzen Plastikcharakter hatte uns sowieso noch nie so wirklich gut gefallen und passte auch nicht richtig zu unserem Geschmack, also wählten wir kurzerhand die Radikallösung – wir reißen alles raus und bauen uns ein neues Bad nach unseren Vorstellungen. Holz als Grundlage, schönere Farben und vielleicht schaffen wir es auch noch, etwas mehr Bewegungsfreiheit herauszuholen.

Ein neues Projekt war geboren!

Jetzt sollte es einfacher werden – einfach alles raus. Zumindest ist es dann einfach, wenn man die Teile alle in der richtigen Reihenfolge ausbaut. Problem nur, wenn man die nicht kennt – also, probieren geht über studieren.

Als erstes habe ich die Duschwände ausgehängt, um mehr Bewegungsfreiheit für den Rest zu bekommen. Anschließend habe ich mich an die Plexiglasregale im Duschbereich gemacht. Das flutschte alles ganz gut. Doch dann kam ich zur Siegeltrennwand! Ich denke, der Hersteller hat ein Rahmenvertrag mit einem Kleber / Silikonhersteller und je mehr man verwendet, desto billiger wird es. Ich habe einen halben Tag gebraucht, um die ganzen Klebestellen dieser Trennwand zu benachbarten Schränken, zur Außenwand und Decke irgendwie zu lösen – Wahnsinn!

Bild zur Menge Kleber / Silikon am Seitenschrank

Bsp. für die Mengen an Kleber / Silikon

Nachdem die Trennwand nun endlich draußen war, konnte ich mich den Unterschränken widmen und die Toilette musste natürlich auch noch raus. Die Reihenfolge war mir ja mittlerweile schon bekannt und so ging das recht zügig. Allerdings war es teilweise schon erschreckend, welche „Baumängel“ hinter den Schränken so zum Vorschein kamen. Beim normalen Hausbau würde man wohl vom „Pfusch am Bau“ reden…zu lange Schrauben, gar keine Schrauben, Schrankhalterungen schief angebracht, Wandverkleidungen waren falsch zugeschnitten und warfen Falten usw..

Aber egal, wir wollen es ja sowieso neu machen, aber die Qualität eines höher preisigen Fahrzeugs überraschte mich doch etwas!
So, das Bad war nun leer und jetzt ging es an die Planung für unser neues Wohlfühlbadezimmer.

Blick ins Bad Eura Mobil Terrestra nach Ausbau aller Möbel

Leeres Bad im Eura Mobil Terrestra.

Wie es mit dem Badumbau weiterging und wie das Endergebnis letztendlich aussah, erfahrt ihr im zweiten Teil von „defekter Wasserhahn in der Kammer des Wahnsinns“.

Habt ihr auch schon einmal über die Sinnhaftigkeit so mancher Konstruktion nachgedacht?

Habe die Ehre und bis zum nächsten Mal.

Der Oli

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